Mitten in der Wirtschaftskrise senkt der Lebensmittelhandel die Preise. "Wir erleben die größte Preisschlacht aller Zeiten", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Jürgen Abraham, der "Bild"-Zeitung. Der Verband schätze grob, dass bei Lebensmitteln durch Preisrückgänge von drei bis vier Prozent seit Jahresbeginn die Einkommen auf das Jahr gerechnet in der Größenordnung von fünf bis sechs Milliarden Euro entlastet würden, schrieb das Blatt. Allerdings könnten laut Abraham die Preissenkungen für kleinere und mittlere Unternehmen mittelfristig problematisch werden.
Sonntag, 26. Juli 2009
Experten sehen Ende der Krise
Der Ifo-Geschäftsklima-Index ist zum vierten Mal in Folge gestiegen – und zwar deutlich stärker, als viele Experten vermutet hatten. Die Talsohle scheint erreicht zu sein. Nur für den Arbeitsmarkt gibt es noch keine Entwarnung.
Düsseldorf. Schon seit einigen Wochen sprechen immer mehr deutsche Konzernmanager davon, dass die Talsohle der Wirtschaftskrise endlich in Sicht sei. Seit gestern gibt es Anzeichen dafür, dass diese nicht nur zum Greifen nahe, sondern sogar schon erreicht sein könnte. Denn der Geschäftsklima-Index des Münchener Ifo-Institutes, eines der wichtigsten Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft, hat sich zum vierten Mal in Folge deutlich verbessert. Und zwar viel stärker, als viele Experten angenommen hatten. Im Juli legte der Index um 1,4 auf 87,3 Punkte zu. Der Indikator basiert auf einer monatlichen Befragung von 7000 deutschen Unternehmern. Diese geben an, wie sie ihre gegenwärtige Geschäftslage beurteilen, und teilen ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mit. "Es scheint, dass die Wirtschaft wieder Tritt fasst", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
"Beachtlich ist insbesondere, dass diesmal auch die Lagebeurteilung deutlich besser ausgefallen ist", sagte Arndt Schäfer, Konjunkturexperte der WestLB, im Gespräch mit unserer Zeitung. "Bislang hatte sich ausschließlich die Erwartung der Firmen verbessert." Noch im Vormonat hatten die Unternehmen ihre Lage so schlecht eingeschätzt wie nie zuvor. Dieser Teilindex hat sich jetzt um knapp zwei Punkte verbessert.
"Es deutet vieles darauf hin, dass der freie Fall gestoppt ist", sagt Michael Grömling, Konjunkturexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. "Allerdings sollte man immer noch vorsichtig sein. Es ist noch nicht klar, ob wir in der Talsohle oder der Tiefebene angekommen sind." Soll heißen: Noch können die Experten nicht sagen, wie lange die deutsche Wirtschaft auf dem niedrigen Niveau verharren wird. "Wenn man die derzeitige Lage mit dem Vorjahr vergleicht, liegen wir 20 bis 30 Prozent unter dem damaligen Niveau", so Grömling. Auch Ifo-Experte Klaus Abberger warnt vor zu großer Euphorie. Er glaubt, dass es eher langsam wieder aufwärts gehe, denn die Lage sei mit Blick auf den Arbeitsmarkt und die restriktive Kreditvergabe durch die Banken immer noch sehr ernst. Dennoch glaubt auch Abberger: "Wir werden im dritten Quartal wieder eine positive Wachstumsrate haben."
Die WestLB geht sogar einen Schritt weiter: Mit Blick auf die steigenden Auftragseingänge der deutschen Unternehmen und die anziehenden Industrieproduktion könnte nach Ansicht von Volkswirt Schäfer die deutsche Wirtschaft sogar schon im zweiten Quartal gewachsen sein. "Etwas, das vor zwei bis drei Monaten niemand für möglich gehalten hätte", sagt Schäfer.
Zwar glaubt er auch, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten noch deutlich verschlechtern wird. Eine genaue Prognose traut er sich angesichts der positiven Wirtschaftssignale jedoch nicht mehr zu. "Falls die Konjunktur wirklich in dem Maße anspringt, dann würde Deutschland mit einem blauen Auge davonkommen." Anders als die WestLB rechnet man beim Ifo erst für das dritte Quartal mit positiven Wachstumsraten.
Für das Gesamtjahr gehen die Kölner IW-Ökonomen nur noch von einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um fünf Prozent aus. Die Bundesregierung rechnet derzeit noch mit einem Minus von sechs Prozent. Für das kommende Jahr sind sich IW und Regierung dann allerdings einig: Die Wirtschaftsleistung werde dann um ein halbes Prozent zulegen.
Eingestellt von Rayen2009 um 14:23 0 Kommentare
Microsoft gewaltig unter Druck
Der Software-Gigant Microsoft hat erstmals seit dem Börsengang 1986 einen Rückgang beim Jahresumsatz hinnehmen müssen. Die Erlöse sanken um drei Prozent auf 58,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging um 17 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Finanzvorstand Chris Liddell erwartet erst für Anfang 2010 eine Erholung. Im Januar hatte der Konzern daher den Abbau von 5000 Jobs angekündigt.
Im vierten Geschäftsquartal von April bis Juni fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Börse weit verfehlt. Der Gewinn brach um 29 Prozent auf rund drei Milliarden Dollar ein. Der Rückgang konnte noch abgefedert werden, weil der Konzern bei den Betriebskosten nahezu eine Milliarde Dollar eingespart hat. Positiv sei, dass jetzt der Tiefpunkt der Entwicklung in Sichtweite sei, sagte Liddell. Mindestens bis Dezember werde die Geschäftsentwicklung aber schwierig bleiben, ehe sich die Lage in der ersten Hälfte 2010 aufhellen werde.
Der Hersteller des Betriebssystems Windows und des Büroanwendungspakets Office leidet darunter, dass seine Firmenkunden in der Rezession ihre Budgets für IT-Investitionen zusammengestrichen haben. Auch soll der PC-Absatz in diesem Jahr erstmals seit 2001 zurückgehen. Viele Käufer nutzen ihre Geräte länger als üblich, um in der Rezession Geld zu sparen. Zudem sind im derzeit heißesten Marktsegment, den sogenannten Netbooks, die Gewinnspannen kleiner: Die Geräte laufen mit dem älteren Windows XP, einem weniger einträglichen Produkt als die noch aktuelle Betriebssystemversion Windows Vista. Microsoft hofft darauf, dass die für Ende Oktober angekündigte neue Windows-Version 7 als Nachfolger von Vista den Markt beleben wird, hat aber schon 276 Millionen Dollar vom aktuellen Windows-Umsatz abgeschrieben, da aktuelle Käufer von Windows Vista ein kostenloses Upgrade auf Windows 7 versprochen bekommen haben. Die nächste Office-Version kommt 2010
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Spickmich muss vor das Bundesverfassungsgericht
Lehrerin klagt erneut gegen Lehrerbewertungsportal
Eine Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen will das Internetangebot Spickmich vor dem Bundesverfassungsgericht verklagen. Die Klägerin wirft den Bertreibern vor, unrechtmäßig die Daten von Lehrern zu nutzen. Mehrere Gerichte haben ihre Klagen auf Löschung ihrer Daten bereits abgewiesen.
Der Rechtsstreit um das Lehrerbewertungsportal Spickmich geht in eine weitere Runde: Die bereits mehrfach vor Gericht unterlegene Lehrerin aus dem nordrhein-westfälischen Moers ruft nun das Bundesverfassungsgericht an, berichtet das Magazin Focus in einer Vorabmeldung. Die Lehrerin wirft dem Portal vor, persönliche Daten von Lehrer ohne deren Erlaubnis zu nutzen. "Die Klage stützt sich auf die Verletzung des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung", sagte Peter Scholten, der Anwalt der Lehrerin, dem Focus. Recht auf freie Meinungsäußerung Die Lehrerin, die von ihren Schülern bei dem Lehrerbewertungsportal die Note 4,3 bekommen hatte, hat bereits mehrfach versucht, vor Gericht durchzusetzen, dass ihre persönlichen Daten sowie die Benotungen durch ihre Schüler aus dem Dienst gelöscht werden. Bisher allerdings vergeblich: Seit November 2007 ist sie in mehreren Prozessen unterlegen, zuletzt im Juni 2009 vor dem Bundesgerichtshof. Einhelliger Tenor der Urteile war, dass die Benotung der Lehrer durch die Schüler durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sei
Eingestellt von Rayen2009 um 14:19 0 Kommentare
Microsoft öffnet die Türen für fremde Browser
26. Juli 2009 Microsoft plant, Nutzern seines Betriebssystems in Europa künftig automatisch die Installation eines Webbrowsers der Konkurrenz anzubieten. Damit würde sich das größte Softwarehaus der Welt im Streit mit der Europäischen Kommission den Auflagen der Brüssler Bürokraten beugen, seinen Internet-Explorer vom Windows-Grundlagenprogramm entkoppeln und das Betriebssystem erstmals für Produkte von Wettbewerbern öffnen.
Einen entsprechenden Plan hatte Brad Smith, Vizepräsident und Chefjurist von Microsoft, am Freitag vorgestellt. Die EU-Kommission begrüßte sein Angebot. Sie drängt seit Monaten auf mehr Wettbewerb im Broswer-Markt und will den Vorschlag in den kommenden Wochen eingehend prüfen. Dem Angebot nach sollen alle derzeitigen europäischen Windows-Nutzer durch ein Software-Update über das Internet gefragt werden, ob sie ihr Browser-Programm wechseln wollen. Dazu wird Microsoft eigenen Angaben nach eine Liste mit entsprechenden Angeboten anderer Browser stellen, die als Standardbrowser installiert werden könnten und den Internet Explorer deaktivierten Optionen nur in Europa
Browser sind spezielle Programme für Computer, um sich im Internet bewegen und dort arbeiten zu können. Zu den von Microsoft angebotenen Produkten der Konkurrenz zählen unter anderem der Browser Chrome von Google und Firefox von Mozilla. Microsofts Internet-Explorer ist seit Jahren der meistverwendete Web-Browser in Europa. Er hat nach Angaben des Analystenhauses Statcounter einen Marktanteil von 46 Prozent. Firefox kommt auf 39 Prozent, Opera auf 9 Prozent. Googles Chrome und Safari aus dem Hause Apple teilen sich die restlichen 6 Prozent. Microsoft erklärte, daß der Marktanteil seines Produktes deutlich rückläufig sei. Auch ist die Installation der meisten Fremd-Browsern bereits heute ohne weiteres möglich.
Die von Microsoft nun vorgelegten weiteren Möglichkeiten für den Gebrauch von Fremdbrowser sollen auch Computerherstellern eingeräumt werden, die auf ihren Geräten Windows vorinstallieren. Die Pläne treffen nur auf Europa zu. In Asien und Amerika wird Windows ohne die Optionen für weitere Browser ausgeliefert und betreut. Microsoft wird Ende Oktober das neue Betriebssystem Windows-7 ausliefern. Bislang wollte der Konzern das Programm ganz ohne Internet Explorer ausliefern. Auch das war in Brüssel auf Kritik gestoßen. Nun soll nach dem Microsoft-Vorschlag bei einem neuen PC mit dem Programm Windows 7 der Internet Explorer einerseits standardmäßig installiert sein, der Nutzer andererseits automatisch andere Browser angeboten bekommen, den Internet-Explorer deaktivieren und einen Fremdbrowser als Standard einstellen können.
Sollte die Kommission den Vorschlag akzeptieren, meinte Microsoft dazu, werde man Windows-7 in Europa erst einmal mit demselben Funktionsumfang ausliefern wie überall in der Welt, um dann optional andere Browser noch leichter als bisher installieren zu können. Brüssel dringt in einem Wettbewerbsverfahren darauf, dass Microsoft bei Windows eine Auswahl von Browsern zuläßt. Die momentane Koppelung des Explorers an das Windows-Betriebssystem behindere ihrer Meinung nach den freien Wettbewerb. Microsoft soll seinen nun vorgelegten Vorschlag an die Bedingung geknüpft haben, dass damit mögliche Strafen vom Tisch sind. Bisher drohen Microsoft in Europa ein millionenhohes Bußgeld und weitere Sanktionen.
Strafgelder von mehr als 2 Milliarden Dollar
Frühere Strafgelder aus Brüssel gegen Microsoft belaufen sich auf mehr als 2 Milliarden Dollar. Darunter befand sich auch eine Strafe gegen die automatische Kopplung des Media-Players an Windows durch Microsoft. Mit dem Internet-Explorer sieht sich der Sofwareriese in Europa einem ganz ähnlichen Problem gegenüber. Der neue Vorschlag werde dem europäischen Wettbewerbsrecht voll und ganz gerecht, erklärte Microsoft-Justiziar Brad Smith in einer Mitteilung Konzerns. Das europäische Wettbewerbsrecht verbietet den Anbietern von „dominanten Produkten“ ihre marktbeherrschende Stellung zum Blockieren von Wettbewerbern einzusetzen.
Vor diesem Hintergrund hatte die EU im vergangenen Jahr ein Verfahren gegen Microsoft eingeleitet und dem Konzern Anfang dieses Jahres eine detaillierte Beschwerdeliste vorgelegt. Zuvor hatte sich der norwegische Browser-Anbieter Opera im Dezember 2007 über die enge Kopplung des Internet-Explorer an das Window-Betriebssystem, die beschränkte Internetoperabilität des Explorers und über eine Behinderung des freien Wettbewerbs auf dem Markt für Browser beschwert. Hakon Wium Lie, Technikvorstand von Opera ließ am Wochenende erklären, „das ist ein guter Tag für uns.“
Eingestellt von Rayen2009 um 14:17 0 Kommentare
BMW 760 Li König von Bayern
Er kann's lautlos, brüllt bei Bedarf aber wie ein bayerischer Löwe: BMW hat mit dem 760 Li seiner 7er Reihe die automobile Krone aufgesetzt.
Angesichts des bärenstarken BMW 750 Li mit seinem V8-Doppelturbo und 407 PS hätte sich BMW wohl gerne die Entwicklungskosten für den Zwölfzylinder gespart. Doch während in vielen Ländern auch im Hochpreis-Segment zunehmend zurückhaltender und gerne eine Nummer kleiner gekauft wird, sieht es an der Spitze des Eisbergs ganz anders aus.
Ohne Zwölfzylinder und langen Radstand braucht ein Autohersteller wie BMW in Staaten wie den USA, Russland oder China gar nicht mit einem 7er anzutreten. Und da gerade China für Luxuslimousinen weit mehr Wachstumschancen bietet als Zentraleuropa oder die USA, kommt man um einen prestigeträchtigen Zwölfzylinder nicht herum. BMW, kein Motorenentwickler von halben Sachen, geht dann natürlich auch bei seinem neuesten Spielzeug mit einem Dutzend Brennkammeren in die Vollen: Turboaufladung, Direkteinpritzung und eine neue Achtgang-Automatik sind das Mindeste. So kann der BMW 760 Li mit seinen 400 kW / 544 PS und 750 Nm ab 1500 U/min Motorenfans begeistern; zur Spitze des Nobel-Eisbergs reicht es zumindest anhand der objektiven Daten dennoch nicht. Bentley und besonders Hauptkonkurrent Mercedes bieten ihren Zwölfzylinder-Kunden mit Hang zum Sportabzeichen noch ein paar Pferdestärken mehr.
Trotzdem würde es überraschen, wenn sich die Insassen des neuen BMW-Flaggschiffs nicht durch und durch beeindruckt zeigen würden. Der 760 Li ist so leise, dass man meint, in einem Hybriden mit Stromvortrieb zu sitzen. Lautlos im Stand und bei langsamer Schleichfahrt sind schon spektakulär genug. Doch selbst im sanften Galopp kann man mit viel Missgunst allein Abrollgeräusche der Reifen und leichtes Windspiel an den Außenspiegeln vernehmen. Real ist man im 760 Li jedoch bis zum flotten Landstraßentempo nahezu lautlos unterwegs. Wenn man das Gaspedal einmal nicht derart streichelt, wie die Chauffeure zwischen Peking und Shanghai oder Manhattan und den Hamptons es gewohnt sind, so springt der 2,2 Tonnen schwere Bayer los, als sei der automobile Teufel hinter ihm her. Dabei sollte der Fahrer immer im Hinterkopf behalten, dass ein 407 PS starker 750 Li in jedem Fahrzustand alles andere als untermotorisiert ist. Doch im Vergleich zu seinem großen V12-Bruder steht die bisherige Vorzeigelimousine da wie ein verschlafener Schuljunge, der es in den Außenbezirken von Dingolfing nur zur Realschule geschafft hat.
Kaum ein Kunde wird jemals den Sprint von 0 auf 100 km/h in den durchaus möglichen 4,7 Sekunden zurücklegen. Künstlich eingebremste 250 km/h sind zumindest auf deutschen Autobahnen da schon realer. Für rund 150.000 Euro Kaufpreis ist es gut zu wissen, dass man es jederzeit könnte, wenn man nur wollte. Schließlich unterscheidet sich der Zwölfzylinder ansonsten kaum von seinen schwächeren, aber alles andere als schwächlichen Brüdern. Die kaum erkennbar breiter umrandete Niere, ein kleines V12-Logo am seitlichen Blinker und doppelte Auspuffrohre links und rechts - wer das nicht weiß, dem hilft nur das 760er-Logo am Kofferraumdeckel.
Die meisten Kunden werden darauf wohl sowieso verzichten. Dabei bietet der 760er im Innenraum den gleichen Luxus wie seine Familienmitlieder: elektrische Ledersitze vorn und hinten, Navigation, Vier-Zonen-Klimaautomatik. Dazu kommen 19-Zoll-Alufelgen, Luftfederung hinten und weitere Annehmlichkeiten, die in dieser Liga einfach dazugehören Dabei hat man die Wahl zwischen der normalen 760i-Version mit einer Länge von 5,07 und dem noch opulenteren 760 Li, der stattliche 5,21 Meter misst. Bei einem Radstand von 3,21 Metern kann man die Beine im Fond lässig übereinander schlagen und sich einen Film im nochmals 2950 Euro teuren Bildschirmsystem anschauen.
Dass der Sitzkomfort in dieser Liga keine Wünsche offen lässt, mag nicht weiter überraschen; dass sich BMW eine Vielzahl standesgemäßer Extras noch eigens bezahlen lässt, sollte jedem noch so exklusiven BMW-Vorstand die Schamesröte ins Gesicht treiben. So kostet der Fernsehempfang bei dem standesgemäßen Vorstandsfahrzeug nochmals teure 1230 Euro. Auch die Sicherheitsfeatures Abstandstempomat, Nachtsichtgerät, Head-Up-Display und Spurassistent sind nicht wie erwartet serienmäßig an Bord: Wer komplette Sicherheit will, muss nochmals 6800 Euro nachschießen Bleibt die Frage, ob ein derartiges Luxusschiff nicht sowieso mit Allradantrieb ausgestattet werden sollte. Den haben die Bayern mit dem 750i xDrive schließlich gerade erst vorgestellt. Audi schwört beim A8 bekanntlich ebenfalls auf die Kombination aus Luxus, Leistung und Allrad. Viele Kunden der Mercedes S-Klasse würden sich einen potenten Zwölfzylinder allzu gern mit 4x4-Technik gönnen, der die Leistung standesgemäß auf die Straße bringt.
Doch während auch die Stuttgarter als 4matic-Topmodell nur den S 500 anbieten, schüttelt man auch bei BMW bei der Kombination aus Allrad und einem Dutzend Brennkammern trotz der wichtigen Märkte in Russland und den USA den Kopf. "Hätte man gerne gemacht" und "technisch möglich" hört man es aus der Entwicklungsabteilung. Doch ein Rechenmodell scheint man zwischen der Denkstube Vierzylinder am Münchner Petuelring und der Produktionsstätte in Dingolfing bisher nicht gefunden zu haben Dabei kann es durchaus beeindrucken, wie der Luxus-Bayer seine Leitung auf den Asphalt bringt. Die Straße muss schon ebenso wellig wie kurvig sein, dass 544 PS und 750 Nm maximales Drehmoment sowohl Halt als auch Haftung verlieren. Ein Garant für diese Souveränität ist auch die zusammen mit ZF entwickelte Getriebeautomatik, die beim 760 Li in acht Schaltstufen arbeitet. Der Fahrer spürt von der Anzahl der Gangstufen allzu wenig; so geräusch- und spurlos arbeitet das Hightech-Getriebe im Hintergrund.
Eine Start-Stopp-Automatik dürfte 2010 nachgeliefert werden. Im Normalbetrieb ist der 7er bevorzugt in den hohen Gangstufen sechs, sieben und acht unterwegs. Ein kurzer Tritt aufs Gaspedal und der 2,2 Tonnen schwere Hecktriebler springt in die zweite Fahrstufe und trommelt los, wie ein Besessener. Das sind Automatik-Getriebe des dritten Jahrtausends.
Wie schnell man im BMW 760 Li wirklich ist, darüber gibt allein der Tachometer Aufschluss. Ansonsten spüren Pilot und Pilotierte dank dickem Dämmglas von den Wirren der Umwelt wenig, fast schon zu wenig. Wer es rasanter angehen lässt, merkt den Tatendrang des BMW 760 Li an der Tankstelle. Die 13 Liter SuperPlus auf 100 Kilometern lassen sich selbst bei allzu zurückhaltendem Gasfuß kaum realisieren.
Doch mit Blick auf den Einstiegspreis von 134.900 Euro für den 760i, 10.000 Euro mehr für die Langversion 760 Li und dem Fokus auf die Hauptmärkte in Asien und den USA ist der Verbrauch beim neuen bayrischen König nicht mehr als Makulatur. Übrigens: Für 144.900 Euro kann man sich auch zwei 730d kaufen.
Eingestellt von Rayen2009 um 14:13 0 Kommentare
Ericsson kauft Nortels nordamerikanische Mobilfunksparte
Unternehmen setzt sich gegen Nokia Siemens und Research in Motion durch
Ericsson hat den Mobilfunksektor des insolventen Telekommunikationsausrüsters Nortel für 1,13 Milliarden US-Dollar, umgerechnet knapp 800 Millionen Euro, gekauft. Ericsson setzte sich in der Auktion gegen Nokia Siemens und Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) durch
Der schwedische Mobilfunkausrüster bekommt Nortels CDMA- und das LTE-Geschäft in Nordamerika. Dazu gehören eine Reihe von Verträgen mit wichtigen Netzbetreibern sowie mehrere Patente im Zusammenhang mit den beiden Mobilfunkstandards CDMA und LTE. Ericsson hat zugesagt, 2.500 Mitarbeiter aus der Nortel-Mobilfunksparte zu übernehmen. Die Transaktion muss noch durch Behörden in den USA und Kanada genehmigt werden. Der im kanadische Toronto ansässige Telekommunikationsausrüster Nortel hatte Anfang 2009 Insolvenz angemeldet und im März angekündigt, wichtige Geschäftsbereiche verkaufen.
Eingestellt von Rayen2009 um 14:11 0 Kommentare
