Sonntag, 26. Juli 2009

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Schwarzfahren: Bahn zeigt jeden Fall an

Hamburg/Berlin - Schwarzfahren ein Kavaliersdelikt? Oder auch nur eine „normale, episodenhafte Bagatellkriminalität“, wie es Kriminologen schon formuliert haben? Denkste. Bei der Deutschen Bahn bekommen Schwarzfahrer seit neuestem - prompt und pünktlich - eine Strafanzeige schon beim ersten Mal.

Die „Leistungserschleichung“ wird mit saftigem „Strafantrag ohne Verspätung“ geahndet, wenn der Schwarzfahrer nicht nachlöst - plus 40 Euro Strafe. Das führt zu neuen Problemen: Die Bundespolizei muss einen Berg von Strafanzeigen bewältigen und hat ihre Probleme damit. Und so schnell kann man da jetzt kriminell werden: Unlängst in der S-Bahn zwischen Dortmund und Essen. 1. Klasse, Kontrolle der Fahrkarten. Der Herr mit den graumelierten Haaren hat nur ein Ticket für die 2. Klasse. „Hier steht die '1', da steht die '1', und da hinten steht die '1'. Sie konnten gar nicht übersehen, dass Sie in der 1. Klasse sind.“ Der Kontrolleur ist unerbittlich.Der Mann kann die geforderten 40 Euro Strafe nicht an Ort und Stelle bezahlen. Ausweis, Formular. Die Nachzahl-Forderung der Bahn kommt in den nächsten Tagen per Post - künftig zugleich mit dem Stempel der Bundespolizei?„Ja, so ist es“, sagt die Bahn, die noch in Gesprächen mit der Bundespolizei und den Staatsanwaltschaften ist. Bislang hatte es erst beim dritten Fall einer „Fahrgeldnacherhebung“, wie es im Bahn- Deutsch heißt, eine Strafanzeige gegeben. Durch Schwarzfahrer entsteht der mit vielen Problemen kämpfenden Bahn jährlich ein erheblicher Schaden im hohen Millionenbereich.Und Bahn-Schwarzfahren nimmt weiter zu. Aber warum? Wollen tatsächlich immer mehr Menschen auf Kosten der Bahn reisen und so sparen? Wird Schwarzfahren nach wie vor gesellschaftlich als Bagatelle eingestuft? Oder sind auch die Strukturen der Bahn so kompliziert geworden, dass sich immer weniger Menschen mit „den richtigen“ Tickets und Tarifen auskennen - zum Beispiel auch mit komplizierten Fahrkartenautomaten?Die Analysen stehen noch aus. Bei „Focus“-online schrieb ein Betroffener am Wochenende: „Warum wurde der Fahrkartenverkauf im (Regional)Zug abgeschafft? Der Schaffner ist sowieso da.“Deutsche Bahn und Bundespolizei haben nach Angaben vom „Focus“ allein im ersten Halbjahr 2009 mit 39 634 Anzeigen einen sprunghaften Anstieg der Schwarzfahrer-Delikte verzeichnet. Im gesamten Jahr 2008 waren es 50 875 Fälle. Nach Berechnungen des „Spiegel“ könnte die Zahl der Strafanzeigen wegen des neuen härteren Vorgehens auf mehr als 600 000 Fälle im Jahr ansteigen

Abwrackprämie hilft VW mehr als anderen

Volkswagen ist im ersten Halbjahr seinem Ziel, weltgrößter Autobauer zu werden, wieder ein Stück näher gekommen. Zwar sank der Absatz des Konzerns mit seinen sieben Pkw-Marken VW, Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti, Lamborghini und der VW-Nutzfahrzeugsparte in der ersten Jahreshälfte um fünf Prozent. Grund dafür war unter anderem ein Absatzrückgang in der wichtigsten Region Europa um 11,7 Prozent auf rund 1,7 Millionen Fahrzeuge. Damit schlug sich Volkswagen aber immer noch deutlich besser als die Wettbewerber, deren Absatz im Schnitt um 18,4 Prozent schrumpfte.

Hintergrund ist, dass Volkswagen im Vergleich zu seinen meisten Wettbewerbern einen ungewöhnlich hohen Kleinwagen-Anteil in seiner Flotte hat. Diese wiederum profitierte nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen Ländern wie China von Kaufanreizen wie der deutschen Abwrackprämie, mit denen die Staaten sich gegen die Konjunkturkrise zu stemmen suchen.
Die aktuellen Absatzzahlen von VW machen auch deutlich, in welche Richtung sich die Gewichte inzwischen auf dem weltweiten Automarkt verschoben haben. Erstmals in seiner Geschichte verkaufte VW mehr Autos in China als in Deutschland. Der Konzern lieferte 652 000 Fahrzeuge an Kunden im Reich der Mitte aus, ein Plus von 22,7 Prozent. Auf ihrem Heimatmarkt schlugen die Wolfsburger im gleichen Zeitraum knapp 632 000 Pkw und Transporter los, ein Zuwachs von 18,3 Prozent. Weltweit verkaufte die Kernmarke seit Jahresbeginn 1,949 Millionen Pkw, 2,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Marktanteil erhöhte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent